Der Frankfurter Stadtwald, ein Ort, wo einst die Kaiser jagten

Wenige Kilometer südlich von Frankfurt soll in der Gemeinde Dreieich, Ortsteil Dreieichenhain, der Sage nach an der Stelle, wo heute die Burg Hayn steht, ein Jagdhaus von Karl dem Großen[1] gestanden haben. Bewiesen ist nichts, aber steckt nicht in jeder Sage ein wahrer Kern?

 

Tatsache ist, dass Karl der Große in den letzten Tagen des Jahres 793 in Franconofurd (Frankfurt) eintraf. Er und sein Gefolge bezogen in dem auf einem Hügel (heutiger Domhügel in Frankfurt) gelegenen Königshof[2] Quartier. Für Juni 794 berief er mehrere tausend hochrangige Kirchenvertreter des Fränkischen ReichsBischöfe und Priester zu einer Synode ein, auf der neben der Klärung weitreichender kirchlicher Fragen auch einheitliche Preise für Getreide und Brot und der Denar als einheitliche Währung vereinbart wurden.

 

Ein Königshof ist ein herrschaftlicher Gutshof (= Fronhof) im Besitz des Königs. Der König setzte einen aus dem Adel stammenden Vertreter zur Verwaltung des Gutes ein.[3] Ein solcher Gutshof war mit zuweilen durchaus weitläufigen Ländereien, zu denen auch Wälder gehörten, ausgestattet.

 

Es kann davon ausgegangen werden, dass auch zum Königshof in Frankonofurd ausgedehnte Waldgebiete gehörten, denn zu Zeiten Karls des Großen war die Ebene um Frankfurt zwischen Rhein und Main dicht bewaldet.

 

In einer Urkunde aus dem 9. Jahrhundert (850) wird der Wildbann Dreieich[4] erwähnt. Ein Wildbann bezeichnete ein Gebiet, in dem das Jagdrecht allein dem König zusteht.

 

Bis ins 7. Jahrhundert war die Nutzung des Waldes frei und für jedermann möglich gewesen. Die Menschen sammelten und schlugen dort Holz, dem einzigen damals verfügbaren Brenn- und wichtigsten Baustoff. Im Herbst trieben die Bauern ihre Schweine zur Mast in den Wald und ließen sie dort Eicheln und Bucheckern fressen, sie selbst reicherten ihren Speiseplan nicht nur durch im Wald gesammelte Beeren und Pilze an, sondern auch durch die Jagd von im Wald lebenden Tieren, aus deren Häuten, Knochen und Fellen dann außerdem Bekleidung und Werkzeuge hergestellt wurden.

 

Als sich aber aus lockeren germanischen Stammesverbänden Königreiche und Herzogtümer formten, schlossen die Könige der Franken[5] die Allgemeinheit von der Nutzung weiter Landstriche aus, indem sie sich in den Wäldern in der Nähe der Krongüter[6] die alleinige Waldnutzung, insbesondere im Hinblick auf Holzschlag und Jagdrecht, vorbehielten.[7]

 

Einerseits konnte so die Versorgung gesichert werden für die Zeit, in der der König und dessen Gefolge am Königshof weilte. Andererseits bot die Veranstaltung von Jagdgesellschaften als Rahmenprogramm zu den Regierungsgeschäften den Herrschern eine Gelegenheit, ihren Untertanen sowohl die eigene körperliche Leistungsfähigkeit als auch den Mut vor Augen zu führen. Beides wurde als wesentlicher Teil der Regierungsfähigkeit angesehen.

 

Insofern ist die Vermutung nahe liegend, dass auch Karl der Große während seines 8-monatigen Aufenthaltes in Frankfurt in dem Gebiet, das in der Urkunde von 850 als Wildbann Dreieich bezeichnet wird, zur Jagd geritten ist und dabei von adeligen Vertretern des Klerus und der weltlichen Macht begleitet wurde.

 

Dass sich zu dieser Zeit an der Stelle, an der heute die Burg Hayn zu finden ist, ein einfaches Jagdhaus, z. B. aus Holz, befand, ist naheliegend, auch wenn es dafür keinen Nachweis gibt.[8]



[1] Karl der Große 747 -  814 , fränkischer König seit 768, erlangte am 25. Dezember 800 als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike die Kaiserwürde, die mit ihm erneuert wurde. Das Frankenreich gelangte unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung.

[2] Der merowingische Königshof auf dem Domhügel, der Zentrum der Synode zu Frankfurt war, wurde wohl erst 815 vom Sohn Karls des Großen, Ludwig dem Frommen, zu einer Pfalz ausgebaut und spätestens 822 fertiggestellt.

Im Unterschied zu einem Königshof verfügte eine Königspfalz neben dem Gutshof, von dem aus die dazu gehörenden Ländereien verwaltet wurden, zusätzlich auch über einen als Palas bezeichneten repräsentativen Bau und über eine kleine Kirche. Das schon im Mittelalter bestehende Wort pfalz stammt über mittelhochdeutsch pfalenze, „fürstliche Wohnung“, von althochdeutsch pfalanza aus volkslateinisch palantia von mittellateinisch palatia (Plural, die gesamten Bauten umspannend) von lateinisch palatium (mittellateinisch für „Palast“).

Reste dieser Pfalzbauten sind heute im Archäologischen Garten Frankfurts unter dem neu errichteten Stadthaus (neue Altstadt) zu besichtigen.

[3] Die Könige des Mittelalters hatten keinen festen Herrschaftssitz. Sie reisten mit ihrem großen Gefolge durch das Reichsgebiet und verweilten auf zum Reichsgut gehörenden Gütern und Ländereien. Das Reichsgut, auch Krongut genannt, ist an das Amt des Kaisers gebunden und steht diesem während seiner Regentschaft zur Verfügung. Mit dem Tod des Kaisers geht das Reichsgut an dessen Amtsnachfolger (Nachfolger im Amt) über. Im Gegensatz dazu steht das Hausgut. Dieses gehört der Person oder der Familie des Herrschers und kann vererbt werden.

[4] Der Bezirk dieses Wildbanns Dreieich erstreckte sich entlang des Untermains von Aschaffenburg bis Rüsselsheim am Main und von Bad Vilbel bis zur Neunkircher Höhe im Odenwald.

[5] Die ersten fränkischen Könige sind die Merowinger, die ab dem 7. Jahrhundert auch im Rhein-Main-Gebiet herrschten.

[6] Siehe Fußnote 3

[7] Derartige Gebiete wurden als "forestis" bezeichnet. Das Wort begegnet erstmals um die Mitte des 7. Jahrhunderts in fränkischen Königsurkunden. Es wurde damals - wohl aus dem lateinischen "foris" (draußen) - neu gebildet, um außerhalb der üblichen freien Jagd und Waldnutzung stehende Gebiete, die neben Wald auch Nutz- und Ödland umfassen konnten, zu bezeichnen. "Nemus" und "silva" blieben hingegen die in der Schriftsprache allgemein für Wald gebräuchlichen Wörter.

Durch die gestiegene Bedeutung der Jagd während des 9. Jahrhunderts ändert sich die Bezeichnung von forestis zu Wildbann

Ab dem 15. Jahrhundert wurde das Wort Wildbann durch den Begriff Forst ersetzt.

[8] Um 950 soll dieses einfache Jagdhaus zu einem königlichen Jagdhof aus Steingebäuden mit Schutzgraben ausgebaut worden sein. Nach neuerer wissenschaftlicher Forschung ist dies allerdings bestritten.

 

Sicher ist jedoch, dass im 11. Jahrhundert (um 1080) ein Verwalter für den Wildbann Dreieich eingesetzt und eine sog. Turmburg, bestehend aus einem stark befestigten Wohnturm mit fast quadratischem Grundriss, der von einer Mauer und einem Graben umgeben war, errichtet wurde.[9]

 

Um 1180 wurde der königliche Jagdhof vergrößert: ein runder Bergfried, ein romanischer Palas und eine Kapelle wurden errichtet und die gesamte Anlage von einer Mauer mit davor liegendem breiten Wassergraben umzogen. Der ehemalige Wohnturm wurde dabei zu einem zweiten Bergfried umfunktioniert.

Außerhalb dieser Burg siedelten die den Burgmannen[10], die den Schutz der Burg gewährleisteten. So entstand neben der Burg eine Siedlung, das heutige Dreieichenhain. Diese Siedlung, geschützt durch eine Stadtmauer mit Wall und davor liegendem wassergefüllten Graben, wurde und am 23. September 1256 erstmals als Stadt erwähnt und entwickelte sich zum Zentrum des Wildbannforsts Dreieich.

Zeitgleich mit der Vergrößerung der Burg entstand ein Fronhof. Dieser war von den Gehöften der Burgmannen durch eine eigene Wehrmauer getrennt und umfasste neben den sonst für einen Fronhof üblichen Gebäuden auch beheizbare Hundezwinger, in denen die kaiserlichen Jagdhunde[11] gehalten und gezüchtet wurden.

Die im Mittelalter gebrauchte leicht spöttische Benennung der Burg Hayn als Des Heiligen Reiches Hundestall“ erklärt sich damit von selbst.

 

In dem am 7. Mai 1338 auf Veranlassung von Kaiser Ludwig dem Bayern auf dem Maigericht in Langen niedergeschriebenen Weistum[12] findet sich neben Feststellungen bezüglich der territorialen Ausdehnung des Wildbanns Dreieich und der Festlegung von Strafen für Missetäter, welche das kaiserliche Jagdrecht verletzten[13], auch ein Absatz über die kaiserlichen Jagdhunde, die Weißen Bracken:

 

Wenn ein Kaiser im Forst Dreieich will birschen[14],
so soll er reiten in des Forstmeisters Haus im Hain,
da soll er finden einen weißen Bracken mit gestreiften Ohren,
an seiner seidenen Schnur und mit ihm soll er dem Wilde nachspüren.
Geht die Jagd bei scheinender Sonne zu Ende,
so soll er den Hund wieder zurückantworten bei scheinender Sonne,
wenn nicht, mag er den andern Tag dasselbe thun.

 



[9] Als Turmburg bezeichnet man eine kleine Burg, die im Wesentlichen aus einem wehrhaften Turm oder einem turmartigen Bau besteht, der auf gewachsenem Boden gründet.

[10] Als Burgmann (lat. oppidanus, castrensus) wurden in Mitteleuropa seit dem 12. Jahrhundert kaiserliche Beamte und Mitglieder des Adels bezeichnet, die von einem Burgherrn mit der sogenannten Burghut beauftragt waren, das heißt, die eine Burg zu bewachen und zu verteidigen hatten.

[11] Es handelt sich um die Rasse der Weißen Bracke

[12] Als Weistum wird eine historische Rechtsquelle bezeichnet, die in der Regel mündlich überliefert oder nach Verhandlungen protokolliert wurde.

[13] Niemand soll in dem Wildbann jagen,
als ein Kaiser und ein Vogt von Minzenberg,
und wer sonst jaget, der hat eine Hand verloren,
und den soll der Forstmeister richten.

[14] pirschen

 

Die Gebäude der Burg Hayn in Dreieich sind nur noch als (durchaus sehenswerte) Ruinen erhalten. Der älteste Teil, der ehemalige Wohnturm, dient als Kulisse für die renommierten Hayner Burgfestspiele, die jährlich im Sommer stattfinden und sich bei den zahlreichen Besuchern aus Nah und Fern großer Beliebtheit erfreuen. Der ehemalige Fronhof ist ebenfalls in Teilen erhalten, nämlich die Westwand des Herrenhauses und das gotische Erdgeschoss des sog. Junkernhauses, auf dem 1805 der Fachwerkaufbau erneuert wurde. Innerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer, die noch vollständig erhalten ist, lädt die von Fachwerkhäusern gesäumte Fahrgasse zu einem Bummel und zum Verweilen in einem der zahlreichen Lokale und Cafés ein.

Im Laufe der Jahrhunderte gingen die Eigentumsrechte am Reichswald, also an den zum Wildbann Dreieich gehörenden Ländereien, auf andere Eigentümer über. Die letzten dem Reich verbliebenen Teile des ursprünglichen Wildbanns wurden 1372 an die Stadt Frankfurt verkauft und wurden zum heutigen  Frankfurter Stadtwald.

Das besondere Jagdrecht im Wildbann Dreieich bestand aber auch in den folgenden Jahrhunderten weiter.

Als letztes Zeugnis der kaiserlichen Jagd im Wildbann Dreieich seien noch die beiden Kaisersteine, die sich in der Nähe der heutigen Autobahn A5 befinden, erwähnt.

 

Diese wurden zum Andenken an zwei von Kaiser Karl VII[15] erlegten Hirsche errichtet. Der Stein im Norden von Zeppelinheim erinnerte an die erfolgreiche Jagd im Jahr 1742. Ein zweiter Stein befindet sich westlich des Langener Waldsees. Dieser erinnert an das Ende des Hirsches, den Karl der VII im Jahr 1744 erlegt hat. Er trägt folgende Inschrift:

 

CARL DER VII / ROEMISCHER KAYSER HAT / ANNO MDCCXLIIII DEN V. MAY / DIESEN HIRSCH PERFORCE GEFANGEN

 

Da der Stein von 1742 nicht mehr im Original vorhanden ist, steht nun an dessen Stelle eine Replik. Als Vorlage diente der Stein von 1744, so dass die Replik der Form des Steines von 1744 entspricht., jedoch deutlich größer ist. Auch die Inschrift beider Steine ist mit Ausnahme der Jahreszahl übereinstimmend.

 

Die einst ausgedehnten Wälder im Rhein-Main-Gebiet sind in Zuge der wirtschaftlichen und verkehrsstrategischen Entwicklung der Region derart stark zurückgegangen, dass es schwerfällt, sich diese Kulturlandschaft als das vom römische Geschichtsschreiber Publius Cornelius Tacitus[16] beschriebene „Land, bedeckt von schrecklichen Wäldern oder abscheulichen Sümpfen“ vorzustellen.

In den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann mit dem Bau der heutigen Autobahn A5 sowie des  Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main, für den 600 Hektar des Frankfurter Stadtwaldes gerodet wurden, eine Phase des massiven Landschaftsverbrauchs, der durch die Schaffung dringend benötigten Wohnraums nach dem 2. Weltkrieg und dem Anwachsen des Frankfurter Flughafens auf die doppelte Größe bis zum Jahr 1964 weiter zunahm. Trotz massiver Proteste der sich etablierenden Umweltschutzbewegung, die sich insbesondere gegen den Bau der Startbahn West  richtete, wurden für Erweiterungen des Frankfurter Flughafens, dem größten Arbeitgeber des Rhein-Main-Gebietes, immer wieder erhebliche Flächen an Wald gerodet.

 

1994 wurde nahezu der gesamte Frankfurter Stadtwald zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Als Teil des Frankfurter Grüngürtels, einem Verbund von Naturräumen, welche die Kernstadt von Frankfurt wie einen Ring umschließen, ist dieser Teil des ehemaligen Wildbanns Dreieich zwar nicht gänzlich vor Eingriffen geschützt. Dennoch sind dadurch die Voraussetzungen geschaffen, diesen Raum der Naturerfahrung, Naherholung und Teil der grünen Lunge Frankfurts auch für künftige Generationen zu erhalten. Und gejagt wird dort immer noch, auch wenn wahrscheinlich kein Kaiser mehr dabei ist.

                                                                                     Eva Miller



[15] Am 24. Januar 1742 wurde Karl Albrecht von Bayern zum Kaiser gewählt und am 12. Februar 1742 in Frankfurt am Main zum Kaiser gekrönt. Von 1742-1745 wird Frankfurt für kurze Zeit zur Residenzstadt, Kaiser Karl der VII stirbt am 20. Januar 1745 in München.

[16] Publius Cornelius Tacitus (ca. 58 n. Chr bis ca. 120) war ein bedeutender römischer Historiker und Senator.

 

フランクフルトの都市林(シュタットヴァルト)―むかし皇帝が狩りをした場所

フランクフルトから数キロメートルほど南位置するドライアイヒ市ドライアイヒェンハイン地区には、今日ハイン城が立つ場所にカール大帝[1]の狩猟館があったそうです。何も立証されてはいませんが、どんな伝説にも真実が隠されているのではないでしょうか?

 

事実、793年があと数日で終わろうとする頃にカール大帝はフランコノフルト(フランクフルト)に到着しました。カール大帝と従者たちは、丘の上(今日のフランクフルト市「聖堂の丘」)にあった王宮を[2]宿営地にしました。彼は数千人に及ぶフランク王国の教会高位指導者である司教や祭司たちを、7946月の教会会議に召集しました。会議では、広範囲にわたる教会問題の解決が諮られた他、穀物やパンの価格統一や、デナール銀貨を統一通貨にすることなどが取り決められました。

 

王宮は、国王所有の堂々とした荘園館でした。王は貴族出身者を管理人に任命しました[3] 時にこのような荘園(訳注:領主の直轄地)の所有地は広大であり、森林も含まれていました。

 

このようなわけで、フランコノフルトの宮殿にも広々とした森林地域が含まれていたと考えられます。といのも、カール大帝の時代、ライン川とマイン川に挟まれたフランクフルト周辺の平野は深い森に覆われていたからです。

 

9世紀(850年)の文書には、ドライアイヒの御狩場[4] のことが書かれています。御狩場というのは、王だけが狩猟権を持つ地域のことです。

 

7世紀になるまで森の使用は自由であり、誰でも利用することができました。人々は森で薪を集め、木材を切り出していましたが、それらは当時唯一手に入る燃料であり、また極めて重要な建築資材でした。秋になると農民たちは家畜の豚を森に移動させ、どんぐりやブナの実を食べさせて飼育しました。また彼ら自身も、森で集めたベリー類やキノコ類だけでなく狩りで得た獣によって、食卓を豊かにしました。そして獣の皮や骨、毛皮からは、衣服や道具なども作られました。

 

しかし緩やかなゲルマン族の集団から王国や公国が形成された頃、フランケンの王たちは[5] 領地の広域で一般の人々の森林利用を除外しました。そうした中でも王領付近の森では[6] 特に木の伐採と狩猟権に関して、独占的に森林を利用しました[7]

 

このようにして国王と随員が王宮滞在時に必要な物資の供給が確保される一方、他方では、領国の統治運営政策としての狩りの開催は支配者たちが自らの身体能力と勇気を家臣等に見せつける絶好の機会となりました。そのどちらも、統治するのに不可欠な能力とみなされていたのです。

 



[1] カール大帝(747年-814年) 768年よりフランク王。古代以来初の西ヨーロッパの統治者として、彼の即位と共に新たにされた皇帝の座についた。フランク王国は彼の下で領土、勢力共に最大となった。

[2] フランクフルト教会会議の中心地だった「聖堂の丘」にあるメロヴィング王家の王宮は、恐らく815年にようやくカール大帝の息子敬虔王ルートヴィヒによって城館にするため拡充され、遅くとも822年には完成した。

王宮と異なり王の城館は、所属の領地を管理する荘園屋敷に加え、「宮殿」と呼ばれる地位を象徴する建築物と小聖堂も備えていた。中世の時代すでに生まれていた単語pfalz(王の城館の意)とは、中高ドイツ語のpfalenze すなわち「領主の住まい」から来た言葉で、古高ドイツ語のpfalanza、民間ラテン語のpalantia、中世ラテン語のpalatia(複数形。建築物全部を含む)、ラテン語のpalatium(「宮殿」を表す中世ラテン語)に由来する。今日この城館建築の残部は、新しく建てられた「シュタットハウス(訳注:フランクフルト市のイベントセンター)」(新・旧市街)の地下にあるフランクフルト考古学庭園で見学することができる。

[3] 中世の王たちは定まった宮廷を持たなかった。彼らは大勢の従者を引き連れて帝国全土を旅して回り、帝国領の農園や地所に滞在した。帝国領は王領とも言われ、皇帝職に結びついたものであり、その治世の間皇帝が自由に使うことができた。皇帝の死とともに帝国領は後任者(職務上の後継者)の所有になる。家産はそれとは異なる。家産は特定の人物または君主の一族のものであり、遺産相続できる。

 

[4] このドライアイヒ御狩場の区域はマイン川下流に沿ってアッシャフェンブルクからリュッセルスハイム・アム・マインまで、そしてバート・フィルベルからオーデンヴァルトのノインキルヒャー・ヘーエまで広がっていた.

[5] フランク王国の初期の王たちはメロヴィング家の一族であった。この王朝は7世紀よりライン・マイン地方も治めた。

[6] 脚注3.参照

[7] このような地域は「forestisフォレスティス」と呼ばれた。この単語7世紀半ばにフランク王国の国王文書に初めて現れた。従来狩りや森林利用が自由にできた範囲外にある地域を示すために、おそらくラテン語の「foris(外)」という語から、当時新たに作られたものである。そのような地域には、森の他、農耕地や荒れ地が含まれることもあった。一方で「nemus(訳注:ラテン語で林・木立ちの意)」や「silva(訳注:同 森の意)」は一般的に「森」に用いられる語として文語に残った。9世紀に狩りの重要性が高まってくると、forestisフォレスティスという名称はWildbannヴィルトバン(訳注:御狩場)に変わった。

15世紀よりWildbannヴィルトバンという語は「Forstフォルスト(訳注:森)」の概念に取って代わられた。

 

それゆえ当然カール大帝も、8か月に及ぶフランクフルト滞在期間中、850年の文書でドライアイヒ御狩場と名付けられた地域に馬で狩りに行き、その際には貴族階級のカトリックの高位者や世俗の権力者たちを伴わせたと推測できます。

 

たとえ証拠がなくても、その当時現在ハイン城が立っている場所に、例えば木造の簡素な狩猟小屋があったことは[8]明らかです。

 

しかし確かなことは、11世紀(1080年頃)、ドライアイヒ御狩場に管理人が置かれ、いわゆる「塔のある城塞」が建てられたことです。こうした城塞は、平面図ではほぼ正方形の堅牢な居住塔で構成されており、周囲を塀と掘で囲われていました[9]

 

1180年頃、王の狩りの館は拡張されました。丸い主塔、ロマネスク様式の宮殿、そして礼拝堂が建てられ、その全ての建物は前面に広い掘割がある城壁に囲まれていました。かつての居住塔は、第二主塔の役割を担いました。

 

城の外には、城兵[10]つまり城の保護防衛を任された者たちが住みつきました。こうして城の並びに居住地が生まれました。今日のドライアイヒハインです。土塁を備えた市の城壁とその前の満々と水をたたえた堀に守られたこうした居住地は、1256923日に初めて市の記録に記され、御狩場の森ドライアイヒの中心地へと発展しました。

 

城の拡張と時を同じくして、城の直轄領(賦役領地)も生まれました。固有の防御壁によって城兵たちの家屋敷と隔てられ、直轄領として一般的な建物の隣に、暖房付きの犬の檻までありました。その中では皇帝の猟犬たちが[11]飼育されていました。

 

中世の頃に使われた「神聖ローマ帝国の犬小屋」という軽い揶揄を含んだハイン城の呼称は、この事に由来します。

 

133857日に、皇帝ルードヴィヒの指示により5月の裁定(訳注:中世の裁判)[12] でバイエルンに向けて書き記された長文の裁定書には、ドライアイヒ御狩場に含まれる領土の面積の拡張に関する査定、並びに皇帝の狩猟権を侵害した罪人[13]に対する刑罰の制定の他に、皇帝の猟犬である「白ブラッケ」という犬種についての段落もあります。

 

皇帝がドライアイヒの森で狩りをしようとする時は[14],

 

馬で、ハインの森林管理人のもとへ行くこと
そこで耳に縞模様のある白いブラッケを見出し、
絹の綱を取り、犬を連れて獣を追うべし
日のある内に狩りが終われば、
日のある内に犬を元に戻すこと
さもなければ、後日同様にしてもかまわない。

 



[8] この簡素な狩猟小屋は、950年頃に防護溝を備えた石造りの建物から成る王の狩りの館に拡充されたと言われている。もっとも新たな学術的研究によれば、この説は否定されている。

[9] 塔のある城塞とは、基本的に自然の土の上に建つ堅固な塔、または塔のような建築物から成る小規模な城塞を指す。

[10] 12世紀より中部ヨーロッパにおいて皇帝の役人貴族階級の者たちは、ブルクマン(訳注:城兵)(ラテン語ではoppidanus, castrenus)と呼ばれた。城主から、いわゆる城塞守備、すなわち城の警備と防衛を委託された者。

[11] 「白いブラッケ」という猟犬の一種のことである。

[12] 通例口頭で伝えられた、あるいは審理に従って記録された歴史上の法源(訳注:裁判の根拠となり得る法形式)を、Weistum(訳注:裁定。中世における慣習法的な法の裁きまたはそれを記した文書)と言う。

[13] 誰も御狩場で狩りをしてはならない、

皇帝とミンツェンブルク城の城代の他は。

そうでない者が狩りをすれば、片手を失った。 

裁くのは森林官である。 

[14] 原語birschenpirschen「駆り立てる」と同義

ドライアイヒのハイン城の建物は、わずかに廃墟(絶対に一見の価値があります)が残っているだけです。最も古い部分であるかつての居住塔は、毎年夏に行われる有名なハイン城跡祭の演劇の舞台背景として使われ、あちこちからやって来る大勢の見物客に大変人気があります。かつての直轄領地も同様にその一部、すなわち領主館の西壁及びゴシック建築のいわゆるユンカー(訳注:地主貴族)屋敷の一階部分が残っています。その上は1850年に作り直された木骨家屋になっています。

 

現在も完全な姿で残っている中世期の市の城壁の中に入れば、きっと木組みの家々に縁どられたファールガッセ通りの散策や、幾つも立ち並ぶ居酒屋やカフェでの滞在に、心惹かれることでしょう。

 

何世紀も経つうちに、帝国の森、つまりドライアイヒ御狩場のものだった広大な土地の所有権は別の所有者に移りました。最後に帝国に残された元のお狩場の区域は1372年にフランクフルト市に売却され、今日の「フランクフルトの都市林(シュタットヴァルト)」になりました。

 

しかしドライアイヒ御狩場の特別狩猟権は、次の何世紀かまで存続しました。

今日のアウトバーンA55号線)の近くある二つの「カイザーシュタイン」(訳注:石碑)も、ドライアイヒ御狩場での狩りの最期の証と言われているそうです。

 

カイザーシュタインは、カール7[15] が猟で仕留めた雄鹿のうちの2頭を記念して設置されました。ツェペリンハイム市区の北部に立つ石碑からは、1742年の盛大な狩りを想像することができます。二つ目の石碑はランゲナー・ヴァルトゼーという湖の西にあります。こちらはカール7世が1744年に仕留めた雄鹿の最期を偲ばせるものです。次のような碑文が刻まれています。

 

CARL DER VII / ROEMISCHER KAYSER HAT / ANNO MDCCXLIIII DEN V. MAY / DIESEN HIRSCH PERFORCE GEFANGEN

 

カール7世/ローマ帝国皇帝/西暦174255日/追い猟(訳注:猟犬で駆り立てる猟)にてこの雄鹿を仕留めたり

 

1742年のオリジナルの石碑はもう現存しないため、現在は同じ場所にレプリカが立っています。レプリカが1744年の石碑の形状と一致するように1744年のものが手本にされたのですが、明らかにそれよりも大きくできています。二つの石の碑文は、暦年を除いて一致しています。

 

かつての広大なライン=マイン地方の森林は地域の経済や交通政策の発展の過程で著しく減少してしまったので、今のこの風景からローマ時代の歴史家コルネリウス・タキトゥス[16] が描写した「恐ろしき森や忌まわしき沼に覆われた」土地を思い浮かべることは難しくなってしまいました。

 

前世紀の1930年代に、今日のアウトバーンA5とライン・マイン空港(訳注:フランクフルト国際空港)の建設が始まり、そのための開墾によって600ヘクタールのフランクフルト市の森が消えました。自然景観が激しく損なわれた時期でした。第二次世界大戦後早急に必要だった住宅の建設と、フランクフルト空港の面積が1964年までに倍増したことにより、その局面はさらに強まりました。定着しつつあった環境保護運動、とりわけ離陸用西滑走路建設に反対する激しい抗議活動にもかかわらず、ライン・マイン地方の大雇用提供主であるフランクフルト空港の拡張のために、相当な面積の森林が繰り返し伐採開墾されました。

 

1994年、フランクフルト都市林のほとんど全てが景観保護地域に指定されました。フランクフルト・グリーンベルトの一部、フランクフルトの中心部を環状に取り囲む様々な自然空間の結合体にとって、かつてのドライアイヒ御狩場のこの部分が完全に侵害から守られているわけではありませんが。それでもなお、これにより自然体験や近郊リクレーションの場、フランクフルトの緑地帯の一部を、次の世代のために保存するのに必要な諸条件が作られたのです。おそらくもう皇帝が現れることはないでしょうが、今でも狩りは可能です。

 

 
                                                       Eva Miller

                    訳:黒沢恵美子

 

 

 



[15] 1742124バイエルン公カール・アルブレヒトは皇帝に選定され、1742212日フランクフルト・アム・マインで帝位についた。1742~1745年の短い期間、フランクフルトはその居城都市となった。皇帝カール7世は1745120日ミュンヘンで死亡した.

[16] プブリウス・コルネリウス・タキトゥス(西暦58年頃~120年頃)は、ローマの著名な歴史家であり元老院議員だった。

 

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