Eine Reise zum Weltkulturerbe und ein Abstecher ins Onsen-Paradies:  DieTomioka Seidenspinnerei und Seidenfabrik und die Onsen-Stadt Ikaho

Lagerhaus

Maschinenhalle


Ein Ausflug zur Tomioka Seidenspinnerei und Seidenfabrik in der Präfektur Gunma ist eine Reise zu den industriellen Anfängen Japans. Mit Shinkansen und Regionalbahn ist die Fabrik gut zu erreichen, und man kann den Besuch als Tagesausflug von Tokio aus planen. In Tomioka werden zur Zeit noch Gebäude restauriert und die englischen Erläuterungen sind noch nicht vollständig, aber bei steigender Bekanntheit wird sich dies sicher ändern.

Die Seidenspinnerei und Seidenfabrik wurde 1872 von der japanischen Meiji-Regierung gegründet und ist damit die älteste japanische Fabrik, die nach industriellen Methoden Rohseide herstellte. Die Fabrik wurde als Modellfabrik gebaut, mit moderner westlicher Technologie ausgerüstet und war zu ihrer Zeit die größte Seidenspinnerei der Welt.

2014 erklärte die UNESCO Tomioka zum Weltkulturerbe. 

Historischer Hintergrund

Die Seidenspinnerei hatte in Japan schon immer Tradition, allerdings wurde die Rohseide noch in handwerklicher Tradition hergestellt, die weder die große Nachfrage befriedigen konnte noch den Qualitätsansprüchen der internatio-nalen Kunden genügte. In Europa grassierte darüber hinaus eine Krankheit der Seidenraupen und dies erhöhte den Druck auf Japan, seine Produktion zu verbessern und auszubauen.

Paul Brunat, ein französischer Ingenieur und erfahren in der Rohseiden-produktion, wurde von der Meiji-Regierung beauftragt, die Tomioka-Seiden-

fabrik aufzubauen. Ihm zur Seite gestellt wurde Auguste Bastian, ein Konstrukteur des Yokosuka Eisenhüttenwerks; er wurde der Architekt der Fabrik.

Tomioka wurde sorgfältig als Produktionsstandort ausgewählt. Der Ort war nicht so weit von Tokio entfernt, wo nach der Öffnung Japans die industrielle Entwicklung begann. In Tomioka gab es darüber hinaus nicht nur genügend Seidenkokons und gutes Wasser für die Verarbeitung, sondern auch genügend Land, Kohle als Energielieferant und vor allem auch Menschen, die in der Produktion arbeiten konnten. 

Seidenkokons

Wohnhaus


Die Produktionsanlagen

Erbaut wurde die Fabrik mit französischem Know-how und vereinte charakteristische Merkmale der westlichen und traditionellen japanischen Architektur. Man griff auf verfügbare Baumaterialien zurück, aber z.B. Glas und Eisenfassungen für die Fenster wurden importiert. Die Gebäude haben eine Fachwerkkonstruktion mit Ziegelsteinen; für Japan eine ungewöhnliche Architektur, die heute noch etwas Besonderes ist. Die Dächer wurden so gebaut, dass viel Licht durch Fenster einfallen konnte, da es zu dieser Zeit noch keine guten Beleuchtungssysteme in Japan gab.

Das Fabrikgelände ist weitläufig und umfasst große Trockenhäuser, in denen die Seidenkokons vor der Weiterverarbeitung gelagert und getrocknet wurden. Es gibt Häuser mit Schlafräumen für männliche und vor allem weibliche Arbeitskräfte, die aus der Region und dann aus ganz Japan kamen. Ein schönes, sehr großes Haus für den Fabrikleiter, das sog. Brunat-Haus, und Reihenhäuser für die anderen westlichen Fachleute.

Das Herzstück aber ist die Halle für die Seidenkokon-Verarbeitung in der Mitte des Geländes. Die Maschinen wurden aus Frankreich importiert, zu dieser Zeit führend in der Rohseidenherstellung und -verarbeitung. Die Maschinen waren hochkomplexe mechanische Wunderwerke, ca. 300 Arbeiterinnen konnten gleichzeitig an den Maschinen arbeiten. Nur gut geschulte Arbeiterinnen konnten sie bedienen und so wurden französische Vorarbeiterinnen die Lehrmeisterinnen für die japanischen Seiden-Arbeiterinnen. Die ersten Maschinen wurden durch Dampfmaschinen angetrieben (bis 1920), später dann durch elektrische Motoren.

Die Arbeiterinnen

Die Anfänge gestalteten sich ausgesprochen schwierig, weil die Frauen sich weigerten in der Fabrik zu arbeiten. Sie meinten gesehen zu haben, dass die Franzosen Blut trinken würden. Es war aber Rotwein, der dem normalen Japaner unbekannt war. Erst nachdem der erste japanische Leiter der Fabrik seine Tochter in die Produktion zur Arbeit schickte, war der Bann gebrochen und die Arbeiterinnen strömten in die Fabrik. Aus 32 Präfekturen kamen sie und lernten die Bedienung der Maschinen, so dass das Know-how in ganz Japan weitergegeben wurde und die Frauen eine wichtige Rolle als Multiplikatoren spielten. Die Arbeitsbedingungen waren ausgesprochen modern. 8 Stunden Arbeit, sonntags frei, monatliche Bezahlung, Unterkunft, Verpflegung und ärztliche Betreuung. Für damalige Zeiten ein außergewöhnliches Arbeitssystem.

Entwicklung der Fabrik bis heute

Die Tomioka Seidenfabrik war eine Modellfabrik der Regierung. Die ersten Jahre waren Lehrjahre und Interessierte kamen aus dem ganzen Land, um zu lernen und moderne Fabriken an anderen Orten aufzubauen. Nachdem die Regierung das Ziel einer modernen Rohseidenproduktion erreicht hatte, wurde die Fabrik privatisiert. 1893 wurde die Fabrik an Mitsui verkauft, die Produktion weiter ausgebaut. 1902 kaufte Tomitaro Hara, ein reicher Rohseidenhändler, mehrere Seidenfabriken, u.a. die in Tomioka. 1939 ging die Fabrik an die Katakura Seidenspinnerei. Auch nach dem 2. Weltkrieg gehörte das Unternehmen zu den führenden in Japan. Aber 1987 musste die Fabrik geschlossen werden, andere asiatische Anbieter von Rohseide waren billiger.

Die meisten Gebäude und die Produktionshalle sind in einem ausgezeichneten Zustand und man glaubt, die Mitarbeiter hätten das Gelände gerade erst verlassen.

Die Tomioka Seidenspinnerei und Seidenfabrik ist ein eindrucksvolles Beispiel für Industriekultur aus der Meiji-Zeit.

Anreise: Shinkansen nach Takahashi (ca. 1 Stunde), von dort mit der Regionalbahn nach Tomioka. Vom Bahnhof 10 Minuten zu Fuß zur Seidenfabrik.


Ikaho  Blick aus Fenster

Ikaho


Ikaho-Onsen

Da wir den Besuch von Tomioka mit einem  kleinen Abstecher zu einem Onsen verbinden wollten, haben wir uns für Ikaho, eine kleine Onsen-Stadt in der Region der Haruna-Berge, entschieden. Das rot-braune, eisenhaltige Wasser ist wunderbar auf der Haut und entspannt. In der Präfektur Gunma gehören die Quellen in Ikaho zu den bekanntesten. Die kleine Stadt zieht sich an einem Berghang hoch und man muss 300 m mit vielen Steinstufen überwinden, ehe man oben bei einem kleinen Schrein verschnaufen kann. Aber der Weg lohnt sich. Entlang der Treppe reihen sich viele kleine Geschäfte, die jedes japanische Touristenherz höher schlagen lassen. Der Ausblick oben ist wunderbar, wir konnten noch die schneebedeckten Gipfel der umliegenden Berge in der Sonne glitzern  sehen.

Tagsüber stärkt man sich bei einem Stadtbummel gern mit Onsen Manjyu, süßen Reisküchlein, die im Thermalwasser gedämpft werden und dadurch eine dunkelbraune Farbe annehmen. Abends nach einer ausführlichen Onsen-Runde haben wir im typischen Ryokan Kishigon ein ausführliches Mahl auf unserem Tatami-Zimmer genossen. Japan pur!

Von Sybille Wempe

世界文化遺産を訪ね、温泉天国に立ち寄る旅:富岡製糸場と伊香保温泉

繭倉庫

繰糸場


群馬県の富岡製糸場への旅は、日本の近代産業が興った時代へのタイムトラベルです。工場へは新幹線とローカル線で行けますが、東京から日帰りが可能です。富岡では現在も建物が修復途中で、英語表示や案内も行き届いていませんが、知名度が上がるにつれて必ず改善されることでしょう。

製糸場は1872年に日本の明治政府によって建設され、生糸を工業的手法で生産する日本最古の工場となりました。近代的な西欧の技術で装備され、模範工場として建築されたこの工場は当時、世界最大の製糸工場でした。

2014年、富岡はユネスコ世界文化遺産に認定されました。

歴史的な背景

絹糸紡ぎは日本では長い伝統がありましたが、生糸は昔からの手作業で生産されており、大規模な需要に応えることも、海外の顧客の求める品質基準を満たすこともできませんでした。その上、ヨーロッパで蚕の病気が蔓延したことから、日本に生産改良、拡充の圧力がかかりました。

フランス人の技師で生糸の生産に精通していたポール・ブリュナ氏が明治政府より富岡製糸場を建設するよう委託されました。彼の片腕として、横須賀製鉄所の建設にも携わったオーギュスト・バスティアン氏が工場の設計を担いました。

慎重な検討の結果、富岡が工場建設地に選ばれました。それは開国後、産業の発展が始まった東京からさほど遠くなかったからです。さらに富岡には製糸に必要とされる十分な繭と良い水に加え、十分な広さの土地と燃料の石炭、そして何よりも生産に従事する人手もありました。


宿舎


生産施設

工場はフランスのノウハウで建築され、西洋と伝統的な日本の建築の特徴が融合されたものとなりました。建築資材は現地で調達されましたが、ガラスや窓の鉄枠などは輸入されました。建物は木骨煉瓦造で建てられました。これは日本では珍しい建築様式で、今日でもなお特別なものです。当時、日本にはまだ良い照明システムが無かったため、屋根は沢山の光が窓からさし込むように造られました。

工場の敷地は広大で、繭を次の工程のために貯蔵し乾燥するための大きな乾燥施設(訳注:繭倉庫)がいくつもあります。男子用、そして何より地元の、後には全国から集まった「工女」のための寄宿舎もありますブリュナ館と呼ばれる、瀟洒な工場長の邸宅があり、他の西洋から来た専門技師のための一軒家が並んでいます。

しかし何といっても中枢は敷地の中央にある繭の加工のためのホール(訳注:繰糸場)です。繰糸器は当時、生糸の生産及び加工の技術で先端を行っていたフランスから輸入されました。器械は極めて複雑で優れた繰糸器で、約300人の「工女」が同時にこの器械で製糸をすることができました。熟練した工女だけがこの器械を操作できたことから、フランス人の工女たちが日本人の絹繰糸工女たちの指導に当たりました。初期の器械は蒸気機関で(1920年まで)、動きましたが、後には電気モーターが動力源となりました。

「工女たち」

女性たちが工場で働くことを拒否したため、当初の展開ははかばかしくありませんでした。フランス人たちが人血を飲むところを見たと思いこんだのです。それは当時、一般の日本人がまだ知らなかった赤ワインだったのです。初代日本人監督が自分の娘を工場で働かせるようになって初めてその呪縛が解け、工女たちが工場に先を争って詰めかけるようになりました。32県からやってきた彼女たちが器械の操作を学んだため、ノウハウは日本全国に伝わり、女性は情報を拡散するのに重要な役割を果たしました。その労働条件はまさに近代的でした。8時間労働、日曜日は休日、月給制、宿舎、賄いと医療手当が備わっていました。当時としては画期的な労働システムでした。

今日までの工場の発展

富岡製糸場は政府の模範工場でした。最初の何年かは見習期間で、全国から関心のある人たちが近代的な工場を他の地域で建設するために学びにやってきました。政府の近代的な生糸生産という目的が達成されると、工場は民営化されました。1893年工場は三井家に払い下げられ、生産が引き継がれました。1902年、裕福な生糸商人、原富太郎が富岡製糸場を始めとする幾つかの生糸工場を購入しました。1939年、工場は片倉製糸紡織株式会社(現片倉工業株式会社)に渡りました。第2次世界大戦後も日本有数の企業でした。しかし1987年、他のアジアの生産者との価格競争に敗れ、工場は閉鎖に追い込まれました。

建物と製糸場の大部分はとてもきれいな状態で、従業員たちが立ち去ったのが、つい最近であるかのような印象を受けます。

「富岡製糸場と絹産業遺産群」は明治時代の産業の文化について深い感銘を与える一例です。

行きかた:新幹線で高橋まで(約1時間)、そこからローカル線で富岡まで。駅から製糸場には徒歩10分です。 歩10分です。

伊香保温泉 旅館の窓から

伊香保温泉


伊香保温泉

富岡観光の帰りに温泉にもちょっと立ち寄りたかったので、榛名山周辺の小さな温泉町、伊香保を訪ねることにしました。赤褐色の、鉄分を含んだ水は肌に素晴らしい効果があり、癒されます。群馬県で伊香保の源泉はもっとも有名なものです。小さな町は山腹にあり、小さな神社で一息つくまで300mほどを沢山の石段を登らなければなりません。でもその価値はありますよ。階段沿いには日本人観光客の胸を高鳴らせる小さなお店がたくさん並んでいます。上からの眺めは素晴らしく、私たちは残雪を頂く山々が太陽の光を受け輝くのを見ることができました。
日中は、温泉水で蒸されたこげ茶色の甘い温泉饅頭で元気をつけながら、町をぶらぶらと歩きました。夜には温泉巡りを満喫したあとには、典型的な旅館、岸権旅館の和室で贅を尽くしたお料理を堪能しました。純粋の日本そのものです!

 

                                    ジビレ・ヴェンペ   

                訳:笠置 恵子

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