Hans Pleschinski  „Königsallee“

Viele japanische Leserinnen werden Düsseldorf kennen und die Annehmlichkeiten, die die Stadt für einen fast japanischen Alltag in Deutschland bietet, sei es beim Einkauf, in der Schule oder in der medizinischen Versorgung. Aber auch in Düsseldorf konnte man nicht immer aus dem Vollen schöpfen. 

 

Begeben wir uns auf eine kleine Zeitreise, zurück in das Jahr 1954. Zwar machen sich erste Anzeichen von Reichtum und Luxus bemerkbar, auch das kulturelle Leben blüht wieder. Die Stadt ist aber noch schwer gezeichnet von den Bomben des Zweiten Weltkriegs. Vom Hauptbahnhof hat man einen ziemlich unverstellten Blick in die Altstadt. Just zu dieser Zeit kündigt sich prominenter Besuch an im vornehmen Hotel „Breidenbacher Hof“  an der Königsallee:Thomas Mann, Literaturnobelpreisträger, samt Entourage reist an zu einer Lesung. 

Natürlich ist das Programm minutiös geplant. Dass alles reibungslos läuft, dafür will Erika Mann sorgen, Thomas’ rebellische Tochter. Und dann kommt alles ganz anders. 

Zufällig steigt nämlich auch Klaus Heuser mit seinem asiatischen Lebensgefährten im „Breidenbacher Hof“ ab. Heuser war die wohl größte Liebe in Manns Leben. Eine Begegnung der beiden soll auf jeden Fall vermieden werden, da der Zauberer inzwischen sehr alt und nicht bei bester Gesundheit ist. 

Es kommt aber, wie es kommen muss: Ein Treffen ist unausweichlich. Katia, Manns Frau, nimmt alles mit stoischer Gelassenheit, Erika reagiert deutlich weniger entspannt. Golo Mann sorgt für einige Aufregung, eine Lübecker Reporterin stellt bohrende Fragen. Mit Klaus Heuser und Anwar, seinem Gefährten, machen wir eine weinselige Tour durch die Altstadt, wo am folgenden Abend die erste Pizzeria Düsseldorfs eröffnet werden soll. Alle Protagonisten des Romans sowie die Düsseldorfer Honoratioren treffen sich bei einem Empfang zu Ehren des großen Dichters, und ganz am Ende dürfen Thomas Mann und Klaus Heuser auch nochmals am Benrather Schloss spazieren gehen. 

 

Die gesamte Handlung des Romans ist höchst unterhaltsam; herrlich, wie der Autor sich hineinversetzt in die Gedankengänge des großen Literaten; lesenswert, wie Pleschinski mit wenigen Worten ein Bild jener Zeit malt. Überhaupt ist das Buch sprachlich ein Genuss, nicht nur empfehlenswert für Thomas – Mann – Fans. 

 

Hans Pleschinski: Königsallee, 

München: Deutscher Taschenbuch Verlag, 2015, ISBN 978-3-423-14416-2 

                                                              Ulrike Ketel

ハンス・プレシンスキー「ケーニヒスアレー」

日本の多くの読者はデュッセルドルフをご存知でしょう。またショッピングや学校や病院など色々な場面で、ドイツにいながら日本とほぼ変わらない日常生活を送れる便利な都市であることも、よく知られていることでしょう。しかしデュッセルドルフでも、人はいつでもなに不自由のない暮らしができたわけではありません。

 

少し時代を遡って1954年にタイムスリップしましょう。豊かさや贅沢の最初の兆しが現れ、生活にも再び文化の香りが漂い始めてはいます。しかし、街には第二次世界大戦の爆撃の痛々しい爪痕がまだ残っています。中央駅からは隠しようもないありのままの旧市街の有様が一望できます。まさにこのような時代に、ケーニヒスアレーにある高級ホテル「ブライデンバッハーホフ」に著名な人物の来訪が予告されました。ノーベル文学賞受賞者、トーマス・マンです。そして彼は取り巻きを引き連れ、朗読会のためにホテルに到着します。 

もちろんプログラムは綿密に組まれています。トーマス・マンの娘、反骨精神あるエリカ・マンは、全て滞りなく進むように気を配るつもりでした。ところが何もかも全く予想とは違う展開になります。 

偶然クラウス・ホイザーも、アジア人男性のパートナーと共に「ブライデンバッハーホフ」に宿泊するのです。実はホイザーは、おそらくマンの人生で最愛の人でした。とにかく二人の出会いを避けなければなりません。「魔術師」も今では大変年を取っており、健康状態が良くないからです。 

しかし起こるべき事は起こるもので、二人の出会いは避けようがありません。マンの妻カティアは動じずに全てを冷静に受け止めますが、エリカは明らかにかなり動揺した様子を見せます。息子のゴロー・マンはちょっとした騒ぎを巻き起こし、リューベックの女性レポーターは鋭い質問を突き付けてきます。読者はクラウス・ホイザーとそのパートナー、アンヴァーと一緒に、ほろ酔い気分で旧市街を散策します。ここには翌日の夜、デュッセルドルフ初のピザハウスがオープンすることになっています。小説の主人公全員とデュッセルドルフの名士たちは、この大作家に敬意を表して開かれる歓迎レセプションで顔を合わせます。そしてとうとう最後に、トーマス・マンとクラウス・ホイザーは今一度ベンラート城を散歩することが叶うのです。 

 

この小説のストーリー展開の面白さは格別です。偉大な文学者の思考回路に身を置いた著者の筆致は見事ですし、プレシンスキーによるあの時代の簡潔な描写をぜひ皆さんに味わって頂きたいと思います。

 

おまけにこの本は豊かな言語表現を楽しむことができますから、トーマス・マンのファン以外の方にもお勧めです。 

 

ハンス・プレシンスキー「ケーニヒスアレー」 

ミュンヘン ドイッチャー・タッシェンブッフ出版社 2015 

ISBN 978-3-423-14416-2 

 

訳者注:マンは朝9時から3時間を執筆に当て、マン家ではこの3時間を「魔術師の時間」と呼んでいました。 

                          ウルリケ・ケーテル 

                          訳 黒沢恵美子 

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