Kinchakuda – Higan-bana (Spinnenlilien)                              

Ein Meer von roten Spinnenlilien in einer ruhigen Lage am Fluss

Der Koma-Fluss, der durch die Stadt Hidaka in der Saitama-Präfektur fließt, macht eine große Biegung beim Koma-Dorf. Dadurch entsteht ein halbinselförmiges Flachland mit einem Durchmesser von 500 Meter und 22 Hektar Größe, das wie ein Geldbeutel aussieht. Daher wird dieser Ort Kinchakuda (auf Deutsch: Geldbeutel-Feld) genannt. Von Mitte September bis Anfang Oktober besuchen viele Leute diesen naturbelassenen Ort im Einzugsbereich von Tokyo. Was lockt hier die Besucher an?

Im Kinchakuda-Park, entlang der Flussbiegung, blühen zu dieser Zeit 5 Millionen rote Spinnenlilien. Ein spektakulärer Anblick - wie ein rotes Meer! Der Kontrast von blauem Himmel, grünen Bergen in der Ferne und roten Spinnenlilien ist atemberaubend schön. Die 91,2m lange einzigartige Fachwerkbrücke „Ai-ai-bashi“ aus Holz, die den Koma-Fluss überquert, ist bestimmt eines der beliebtesten Fotomotive im Park. Nicht nur für Ausflügler und Fotografen, sondern auch für die junge Generation scheint dieser Park ein Anziehungsort zu sein. Hier und dort sieht man auffällig geschminkte „Cosplayers“ in ihren verschiedensten farbenfrohen Kostümen, wie aus Anime-Computerspielen oder -Filmen, die mit den roten Spinnenlilien im Hintergrund interessante Fotos machen.

Die Spinnenlilien (Lycoris) sind vermutlich nicht so bekannt in Deutschland. Der populärste japanische Name für Spinnenlilien ist Higan-bana. Nach der buddhistischen Lehre gibt es im Westen, wo die Sonne untergeht, „Higan“ (彼岸 wörtlich: Ufer auf der anderen Seite), ein reines Land, das Paradies, das man nach seinem Tod erreichen wird. Higan ist auch eine Bezeichnung für ein buddhistisches Ritual, das am Äquinoktium (Tagundnachtgleiche, Frühjahrs- und Herbstanfang) durchgeführt wird. Während der einwöchigen Higan-Periode (zweimal im Jahr, im März und September) besuchen viele Leute die Friedhöfe und beten für die Vorfahren. Diese Blume hat ihren Namen, weil sie um die Higan-Periode im Herbst ihre Blütezeit hat. Higan-bana findet man oft entlang der Feldwege, am Flussufer oder auf Friedhöfen. Da ihre Zwiebeln und Wurzeln Gift enthalten, dienen sie dazu, das Getreide vor Mäusen und Maulwürfen zu schützen. In alten Zeiten hat man sie auf dem Grab angepflanzt, um den Leichnam vor Tieren zu schützen. An der Spitze der 30-50 cm langen Stängel blüht lediglich eine rote (manche auch weiße) spinnenartige Blume. Die Blätter wachsen erst, wenn die Blüten abgefallen sind, um ihre Aufgabe zu leisten, nämlich die Photosynthese. Die Higan-bana vermittelt in Japan eher ein beklemmendes Gefühl, nicht zuletzt wegen ihres eigenartigen gespenstischen Aussehens. Jedoch hat diese Blume auch einen anderen Namen, den ich bevorzuge: „Manjushage“, der im Sanskrit „Blume im Himmel“ bedeutet.

Während der Blütezeit wird im Kinchakuda-Park das sogenannte Kinchakuda-Manjushage-Fest veranstaltet. (Dieses Jahr vom 19. September bis 4. Oktober, Eintrittsgebühr 300 Yen). Es gibt eine Reihe von Ständen, die traditionelles japanisches Essen und Kunsthandwerke verkaufen. An Wochenenden gibt es verschiedene Veranstaltungen auf der Bühne. Parkmöglichkeiten stehen gegen eine Gebühr von 500 Yen zur Verfügung.

Für diejenigen, die große Menschenmassen meiden wollen, um in Ruhe die Spinnenlilien zu betrachten, ist es zu empfehlen, Kinchakuda an einem Wochentag zu besuchen. Außerhalb des Parks gibt es ein Kosmea-Feld. Man kann sich dort selbst Kosmeas abschneiden und mit nach Hause nehmen (200 Yen für 20 Stück).



Neben dem Feld steht ein altes traditionelles Haus mit einer Wassermühle. Durch die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt, hat man das Gefühl, dass die Zeit hier langsamer vergeht.


Wer noch genug Zeit hat und gut zu Fuß ist, kann auf den Hiwada-Berg steigen. Der Gipfel ist durch gut gepflegte und markierte Wanderwege in 50 Minuten gut erreichbar. Mit einer Höhe von 305 m ist der Hiwada-Berg zwar kein hoher Berg, da diese Gegend aber überwiegend flach ist, hat man von dort oben (vor allem beim Kotohira-Schrein, in der Nähe des Gipfels) einen wunderschönen Blick. Man kann gut erkennen, dass Kinchakuda die Form eines Geldbeutels hat, und wenn man Glück hat, sieht man auch in der Ferne den Berg Fuji.

 

Historisch gesehen hat diese Gegend eine enge Beziehung mit Goguryeo, einem der Drei Reiche von Korea, das von 37 v. Chr. bis 668 n. Chr. existierte. Nach dem Untergang dieses Reiches kamen viele Leute aus Goguryeo, die Komabito genannt wurden, übers Meer nach Japan und haben sich in dieser Gegend (heutige Hidaka-Stadt) niedergelassen. Im Jahre 716 wurde der Landkreis Koma mit 1799 aus der Kanto-Gegend angesiedelten Komabito gegründet. Nach 1300 Jahren gibt es heute noch Vieles, wodurch man an die alte Geschichte und Kultur Goguryeos erinnert wird, wie z.B. den Koma-Schrein, den Shouteiin-Tempel, das alte Koma-Wohnhaus, Gedenksteine und Wegweiser.

 

Kinchakuda hat noch viel mehr zu bieten. Im Frühling kann man die Kirschblüten genießen. Außer der Blütezeit der Spinnenlilien kann man am Flussufer campen und grillen. Es ist ein ideales Ausflugsziel für jedermann zu jeder Jahreszeit.

Der Kinchakuda-Park ist 5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Koma der Seibu-Ikebukuro-Linie entfernt. Die ca. einstündige Bahnfahrt von Ikebukuro lohnt sich wirklich, um sich in der idyllischen Landschaft zu erholen.                     

                                                 Von Yuko Aoki (U.B.)


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巾着田 – 見渡す限りの紅い海 

   彼岸花(曼珠沙華) の群生する川沿いの静かな地

埼玉県日高市を流れる高麗川は高麗地域で大きく蛇行しています。そこに生まれた半島のような平地は、直径500メートル、総面積22ヘクタール。巾着のような形をしていることから、巾着田と呼ばれています。9月中旬から10月初めにかけて、東京郊外のこの静かな地に多くの人がやってきます。そのお目当ては何なのでしょうか?

 

曲がった川の岸辺にある巾着田公園ではこの時期になると、5百万本の赤い彼岸花が咲き誇ります。その光景は圧巻で、まさに紅い海そのものです。青い空、遠くに緑なす山々、そして真っ赤な彼岸花、そのコントラストは息を飲むほどの美しさです。高麗川にかかる長さ91.2メートの「あいあい橋」は独特の形をした木造のトラス橋で、ひときわ人気の高い撮影ポイントです。またこの公園は、行楽客や写真愛好家だけでなく、若い世代の人たちにも魅力的な場所のようです。派手なメークをし、様々なアニメのゲームや映画のキャラクターに扮したコスプレイヤーをあちらこちらで見かけます。真紅の彼岸花を背景に写真を撮りに来ているのです。


彼岸花はドイツではあまり知られていないのではないでしょうか?仏教の教えでは太陽が沈む西方に私たちが死後に到達する極楽浄土、彼岸があるとされています。また春分の日、秋分の日を挟んだ一週間を彼岸といい、多くの人がこの時期に先祖の墓参りをします。この花が彼岸花と呼ばれるのは、ちょうど秋のお彼岸の頃に開花するからです。彼岸花は、田んぼの畦道や土手、または墓地などでよく見かけます。球根と根に毒性があることから、穀物がネズミやモグラに荒らされるのを防ぐためです。また同じく埋葬された亡骸を動物から守るために、昔は墓地にもよく植えられたようです。 

30~50cmの長さの茎の先端に、蜘蛛のような形をした赤い花(まれに白い花もある)がたった一輪咲きます。葉は花が落ちてから出てきて、その任務を果たします。つまり光合成です。日本では彼岸花は一見幽霊のような形状から、どちらかというと不吉な花というイメージがあります。でもこの花には「曼珠沙華」という名称もあり、サンスクリット語で「天上に咲く花」という意味なのですが、私はこちらの名前の方が気に入っています


 



巾着田公園では彼岸花の開花時期に「巾着田曼珠沙華まつり」が開催されます(今年は9月19日から10月4日まで、入園料は300円)。日本の伝統的食べ物や手工芸品などを販売する屋台がたくさん立ち、週末には舞台での催し物も企画されています。 駐車料もあり、料金は500円です。


混雑を避け彼岸花を静かに観賞されたい方は、平日に行かれることをお勧めします。公園を出た所にはコスモス畑があり、自分で花を切り取り家に持ち帰ることもできます(20本 200円)



その側には昔ながらの古い水車小屋もあります。辺りは静寂に包まれ、ここでは時間がゆっくり流れているのを実感することができます。


もっと時間に余裕があり、健脚な方は日和田山に登られるといいでしょう。よく整備され、標識も配置されたハイキングコースを50分も歩けば頂上に着きます。日和田山は標高305メートルで、さほど高い山ではありませんが、周辺が平地なので上からの眺望(頂上手前にある金刀比羅神社がビューポイント)は素晴らしいです。巾着田が巾着の形をしているのがよくわかり、運が良ければ遠く富士山も望めます。

 

歴史的に見るとこの地域は朝鮮三国の一つとして知られ、紀元前37年から668年まで存在した高句麗と密接な関係があります。高句麗滅亡後多くの高麗人が海を渡り日本に渡来し、この地域(今日の日高市周辺)に移住しました。716年、ここに関東周辺より1799人の高麗人を集め、高麗郡が設置されました。1300年を経た今日でも、高麗神社、聖天院、高麗郷古民家などの建物、そして石碑や道しるべなど、高句麗の歴史や文化を偲ぶことのできる物がたくさん残っています。

 

巾着田にはもっとたくさんの楽しみ方があります。春には桜を愛でることができ、彼岸花の開花時期を外せば川辺でキャンプやバーベキューをすることもできます。

どなたでも、どんな季節でも楽しむことのできる絶好の行楽地です。

巾着田公園は西武池袋線の「高麗駅」下車徒歩15分です。

この牧歌的風景の中でリフレッシュすることができるのであれば、池袋から約一時間電車に乗ってでも出かけるだけのことはあります。                                                                                                           青木 裕子

http://kinchakuda.com

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