Das Grab eines adeligen Mädchens im Frankfurter Dom

Für viele Besucher der Stadt Frankfurt ist der gotische Dom aus rotem Sandstein, der auf einem kleinen Hügel nahe des Mains steht, ein wichtiger Punkt im Besuchsprogramm. Schließlich wurden dort in einer Seitenkapelle an der Südseite des Chores zehn der Deutschen Kaiser erst zum König gewählt und hernach in einem festlichen Akt zum König und Kaiser gekrönt. Auch architektonisch und kunstgeschichtlich hat dieses Gotteshaus einiges zu bieten, und so kann es leicht passieren, dass der Blick – entsprechend der Intention der gotischen Baumeister – den Pfeilern folgend nach oben oder aber zum Chor am anderen Ende des Langhauses strebt und ihm so eine einfache Gravur in einer der Sandsteinplatten, mit denen der Boden der Kirche belegt ist, entgeht:

 

„Grab eines adeligen Mädchens um 680“

 

Diese Inschrift, die sich im westlichen Teil des Kirchenschiffs genau auf dessen Mittelachse liegend befindet, markiert den Fundort eines Kindergrabes aus den Tagen, da die Franken auf der Anhöhe an der Furt über den Main siedelten.

 

Die Franken waren ein Verbund germanischer Volksstämme, deren Horden mutiger und kühner  Krieger[1] im 2. und 3. Jahrhundert nach Christus immer wieder in das Gebiet der Römer eindrangen, um dort zu plündern. Im weiteren Verlauf der Geschichte sicherten sie als Verbündete der Römer das Vorland an der Grenze zum römischen Reich. Mit dem Niedergang des römischen Imperiums allerdings dehnten sie ihren Machtbereich schließlich auch auf Gebiete der zum Römischen Reich gehörenden Provinz Gallia aus. Unter Chlodwig (482 – 511) aus der Familie der Merowinger überließen sie die Römer sich selbst und  damit ihrem Schicksal und gründeten im nördlichen Gallien ihr eigenes Reich. Anfangs umfasste es im Wesentlichen das Gebiet von Flandern und reichte von der Loire bis zum Ärmelkanal. Chlodwig eroberte sodann Aquitanien im Westen und dehnte außerdem seine Herrschaft auch auf Gebiete rechts des Rheins aus. Die dort siedelnden germanischen Stämme (unter ihnen die Sueben und Helvetier), Alemannen genannt, zogen sich nach Süden zurück und die Furt am Main wurde zu Franconofurd, „Furt der Franken“.

 

Auf der hochwassergeschützten Anhöhe über der Furt wurden einige Gebäude errichtet, ein sogenannter Königshof, von dem aus der Besitz des Königs am Untermain durch einen Gefolgsmann aus fränkischem Adel verwaltet wurde. Da die Könige der Merowinger – so wie alle anderen Könige bis ins Spätmittelalter auch - im gesamten Reich umherreisten und ihre Hoftage[2] an verschiedenen Orten des Reiches abhielten, war das gesamte Anwesen entsprechend repräsentativ und großzügig angelegt, um den König und sein Gefolge standesgemäß beherbergen zu können. Es versteht sich von selbst, dass ein Königshof, also auch der von Frankfurt, wirtschaftlich in der Lage sein musste, eine größere Anzahl von Menschen über einen längeren Zeitraum zu versorgen.

 

Neben einem großen Gebäude, der Königshalle (Aula regia), gehörte zum merowingerzeitlichen Königshof in Franconofurd auch eine kleine Steinkirche und dazu in unmittelbarer Nähe zur Kirche ein Gebäude, das vermutlich als Wohngebäude für einen Geistlichen diente. Dieses verfiel allerdings mit der Zeit, bis es schließlich eine neue Funktion erhielt: An seiner Nordwand wurde im Gebäudeinneren eine Grabkammer eingelassen, die die sterblichen Überreste eines 4 bis 5-jährigen Mädchens samt wahrhaft fürstlicher Grabbeigaben aufnahm. Mit dem Leichnam des Mädchens wurde außerdem eine Urne mit den kremierten Resten eines anderen Kindes bestattet. Die Urne enthielt neben dem Leichenbrand auch Bärenkrallen, was auf ein nicht-christliches Bestattungsritual, nämlich dem Einhüllen der Leiche in ein Bärenfell mit anschließender Einäscherung, hinweist. Allerdings war sowohl über das Körpergrab als auch über die Urne ein feines Tuch gebreitet, auf das aus Goldborte das christliche Symbol des Kreuzes genäht war.

 



[1] frank,  spätmittelhochdeutsch = mutig, kühn

[2] Hoftage, sind Versammlungen der römisch-deutschen Könige und Kaiser mit führenden Fürsten und Adeligen des Reiches, die mit dem Kaiser aufgrund eines Lehenseides verbunden waren.

 

Durch den Lehenseid erhielt der Lehensmann ein eigentumsähnliches Nutzungsrecht einer dem Lehensherren gehörenden Sache. Gleichzeitig wurde dadurch ein wechselseitiges Treueverhältnis begründet.

 

Vereinfacht gesagt, übte der Kaiser auf Hoftagen seine Regierungsgeschäfte aus.

Die bereits zum Zeitpunkt der Grablege überaus wertvollen Grabbeigaben wie z. B.  kunstvoll gearbeitete Gewandnadeln (Fibeln), Arm- und Fingerringe, eine Halskette mit Goldanhängern und diverse Haushaltswerkzeuge wie Spindel, Schere usw., waren dabei mehr als nur Schmuckstücke bzw. Gebrauchsgegenstände. Vielmehr dienten sie zugleich auch als Standeszeichen bzw. Herrschaftssymbole, die die Tote als einer besonderen gesellschaftlichen Schicht zugehörig kennzeichnen sollten. Sie sind nach Art und Qualität der Stücke durchaus mit Beigaben der merowingischen Königinnen-Gräber in St. Denise und Köln vergleichbar und weisen damit das unter dem Frankfurter Dom bestattete Kind als Angehörige des merowingischen Hochadels aus. Auch die Tatsache, dass man die Tote(n) nicht in einem einfachen Erdgrab sondern in einem Gebäude bestattete, das ungeachtet seiner ursprünglichen Funktion nun als Mausoleum diente, weist auf eine gesellschaftlich hochrangige Stellung der Toten hin. Dass schließlich das Grab beim Neubau der im Jahre 852 geweihten Salvator-Kirche, einem Vorgängerbau des heute bestehenden Kaiserdomes St.  Bartholomäus, mittig auf einer Achse mit dem Chor liegend in den Neubau integriert wurde, ist ebenfalls der Prominenz der kleinen Dame geschuldet.  Allerdings mussten die überirdisch liegenden Bauteile des Kindergrabes dem Bau der neuen Kirche weichen und auch wenn aller Wahrscheinlichkeit nach im Bodenbelag der neuen Kirche ein Hinweis auf den Bestattungsort des Mädchens vorhanden war - mit der Zeit verblasste das Angedenken und wurde schließlich vom Strom der Zeit hinweg gespült; das Mädchengrab versank im Strudel der Geschichte.

Mit der Spurensuche zu den Anfängen der Stadt Frankfurt anlässlich des 1200-jährigen Jubiläums der erstmaligen urkundlichen Erwähnung der Stadt Frankfurt (Synode unter Karl dem Großen 794 in Franconofurd) beförderten 1992 sachkundige archäologische Untersuchungen und Grabungen im Dombereich dann das längst vergessene Grab wieder ans Tageslicht. Der unerwartete Fund erbrachte nicht nur kostbare Schätze und überraschende Erkenntnisse zu den Anfängen Frankfurts. Er wirft auch ein Schlaglicht auf die fränkische Gesellschaft am Übergang von der Spätantike zum frühen Mittelalter und ganz besonders auf die Lebensumstände und Vorstellungswelten der merowingischen Siedler auf dem Domhügel.

 

Auch wenn Frankfurt noch viele andere wichtige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat lohnt es sich, bei der Grabplatte im Dom kurz inne zu halten und sich gedanklich auf Zeitreise zu begeben. Die reichen  Grabbeigaben können übrigens im angrenzenden Dommuseum[1], das vom nördlichen Eingang gleich links im mittelalterlichen Kreuzgang des Domes untergebracht ist, bewundert werden.

 

                                                                                                   Eva Miller


[1] Dommuseum: https://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=3796&_ffmpar[_id_inhalt]=102413

 

 

フランクフルト大聖堂(訳注:正式名称 聖バルトロメウス大聖堂)の高貴な少女のお墓

 

フランクフルトを訪れる多くの観光客にとって、マイン川河畔の小さな丘に立つ、赤茶色の砂岩でできたゴシック様式の大聖堂は大事な観光スポットです。
というのも、その聖堂内陣の南側の翼廊にある礼拝堂こそ、代々のドイツの皇帝(訳注:神聖ローマ皇帝)10人がまず王に選ばれ、次に華やかな儀式に則って王、そして皇帝の王冠を受けた場所だからです。建築や美術史の観点からもこの神の家には見るべきものが多々あるため、視線は、ゴシック様式時代の建築士の意図したとおり、柱をたどって上方向へ、または教会堂の長堂の先にある聖堂内陣へと導かれます。こうして、教会の床面を覆っている砂岩のプレートに彫り込まれた、簡素な文字は見逃されがちです。

 

680年頃の高貴な少女の墓”

教会堂の身廓の西側の部分(訳注:通常、祭壇は教会堂の東側に位置する)の、丁度中軸線上に在るこの碑文は、マイン川の浅瀬の高台にフランク族が定住していた時代の、子どものお墓の発見場所を標示しているのです。

 

フランク族はゲルマン民族の一部族で、その勇敢で、大胆な戦士団(注1)は西暦紀元後2世紀と3世紀には、度々その土地を略奪するために、古代ローマ人の領土に侵入しました。時の経過とともに、フランク族はローマ人の盟友として、古代ローマ帝国の国境で前面地を守っていました。しかしローマ帝国の滅亡と共に、彼らは勢力の範囲をついにはローマ帝国の属州ガリアまで拡大しました。メロヴィング家(訳注:フランク王国最初の王家)のクローヴィス1世((482 511)(訳注:メロヴィング朝のフランク王で、フランク族の統一を完成した。)の下、フランク族はローマ人を見捨て、彼らをその運命にゆだねると、北部ガリアに自らの王国を築きました。当初、フランドル地方が主な地域で、ロワール川からドーバー海峡まで達していました。その後、クローヴィス1世は西はアキテーヌ(アクィタニア)まで征服し、更にその勢力をライン川の右の地域まで伸ばしました。その地に定住していたアレマン人と呼ばれた、ゲルマン種族(スエービ族とヘルヴェチア族を含む)は南へ戻り、マイン川の浅瀬はFranconofurd (訳注:(歩いて渡れる)浅瀬 ) “フランク族の渡渉点”となったのです。

 

河川の洪水から守られた小丘陵に何棟かの建物が建てられ、このいわゆる王宮から、マイン川の川下にある王の所有地が、フランク人の貴族出身の家臣によって管理されていました。メロヴィング朝の王たちはー中世末期の全て他の王たちも同様に―その王国内全体を旅して回り、王国内の様々な場所で諸侯会議(注2)が行われました。そのため、国王と随員に身分相応の宿所を提供できるよう、家屋敷全体は堂々としており、大金が注がれました。従ってフランクフルトの王宮も他の王宮と同様に、多くの人々を長期間にわたって接待しうる、経済的な状況にあることが必要でした。

 

Franconofurd “フランク人の浅瀬”のメロヴィング朝の王宮には、王宮の大広間である大きな建物の横に小さな石造りの教会があり、更に教会に近接して、聖職者用の住居と思われる建築物がありました。この建物は時と共に倒壊し、新しい役割が与えられました。その北壁の建物内部に小さな墓室が設けられ、45歳の少女の亡骸が、まさに王侯に相応しい副葬品と共に納められていました。少女の遺骸と一緒に火葬付されたもう一人の子どもの遺骸を入れた骨壺も埋葬されていました。骨壺には火葬された亡骸のほかにクマのかぎ爪があり、これは埋葬儀式が非キリスト教的に行われ、遺骸をクマの毛皮で包み、その後荼毘に付したことを示唆しています。しかし、遺骸と骨壺の上に夫々掛けられていた上等の布には、キリスト教のシンボルである十字架が金の縁取りで縫い付けられていました。

埋葬時、既にとても高価で技巧をこらしたブローチ、腕輪や指輪、金のペンダントがついたネックレスや、スピンドル、はさみなど様々な家庭用品の道具などのお墓の副葬品は、単に装身具或は日用品として添えられたのではありませんでした。むしろ亡くなった人たちが特別な社会の階級に所属していることを表す、身分の証しあるいは支配階級の象徴として用いられたのです。
それらの品々は、その種類や質から、サン・ド
ニやケルンの教会にある、メロヴィング朝の女王たちのお墓の副葬品に匹敵することから、フランクフル大聖堂に埋葬されている子どもはメロヴィング朝の貴族の家族であることが証明されました。また、死者を簡素な土葬ではなく、建物が持っていた当初の役割にも拘らず霊廟として使用されていることは、死者が社会的に位の高い地位を示唆しています。このお墓が、今日聖バルトロメウス大聖堂と呼ばれる皇帝の大聖堂の前身で、852年に献堂されたサルバト―ル教会が建てられた際、聖堂内陣の中軸上に埋葬されていたのが、大聖堂が新築された折にも同じ位置に組み入れられたということからも、改めてこの小さな貴婦人が重要人物であったことを表しています。ただ、地上にあった子どものお墓の建築部材は、新しい教会の建設する際にその位置を譲らざるを得なかったでしょう。新しい教会の床材に少女の埋葬場に存在したであろう表示は、時が経つにつれてその追憶は薄らぎ、時の流れと共に消え去り、少女のお墓も歴史の渦の中に沈んでしまいました。

フランクフルト市が初めて文書(794年にカール大帝の下、Franconofurdで開かれた教会会議に於いて)で言及されてから1200年を記念して、フランクフルト市の始まりの手がかりを求め、1992年、専門的な考古学的な調査と、大聖堂の周囲の発掘が行われました。そして忘れ去られていたお墓がまた日の目を見たのです。期せずして得られた発掘物は高価な宝物だけではなく、フランクフルトの始まりについて驚くべき発見をもたらしました。後期古典から初期中世へと移行するフランク族社会と、特に、大聖堂の丘のメロヴィング朝の居住者たちの生活状況や表象世界に光を当てました。

 

フランクフルトには他に数多くの重要な見所がありますが、大聖堂内の墓標板で少し休んでいただき、時空を超えた旅へでかけていただく価値はありますよ。ところで、多岐にわたる、高価な埋葬品は近接の、大聖堂の北の入り口から入ってすぐ左の中世の回廊にある、ドーム博物館で鑑賞することができます。

 

注1: frank:中高末期ドイツ語で勇敢で、大胆の意

 

注2:諸侯会議とは、神聖ローマ皇帝ローマ=ドイツ国王や皇帝が、主導権をもつ王国の諸侯と貴族と持つ会議。諸侯と貴族は、皇帝と封土を受領した際に行う忠誠の誓いによって結ばれている。
忠誠の誓いによって封臣は、
封建領主の義務に伴う、所有権に似た用益権を得る。こうして同時に相互の忠誠の関係が築かれる。
簡単に言うと、皇帝は諸侯会議で統治用件を執行する。

 

注3:ドーム博物館:

                                                                       エファ・ミラー
                                                                                                 訳:笠置 恵子

 

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